Die Katzenfrau

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Nach der vierten Schubkarre kommt das Grauen

Es war März, der Tag war windig und kühl. Und gerade, als Frau Meier die zweite Schubkarre voll Erde zum Grab ihres Mannes karrte, ging die Sonne orangefarben hinter den hohen Birken unter. Sie war ganz alleine auf dem stillen Friedhof.

Ein Steinkäuzchen schrie hohl in den Bäumen hinter der Friedhofsmauer. Die Dämmerung nahm rasch zu. Frau Meier überlegte, ob sie unter diesen Bedingungen weiterarbeiten sollte. "Ach was", sagte sie tapfer, "besser ich mache weiter, sonst ist morgen die Erde weg und die günstige Gelegenheit ist verpasst."

Wenn nur nicht das Käuzchen so unheimlich rufen würde.

Verbissen setzte sie ihre Arbeit fort. Dürre Zweige knackten. Frau Meier keuchte vor Anstrengung. Es wurde immer dunkler um sie herum. Da jedoch auf dem Weg eine dünne Schneedecke lag, konnte sie ihn noch gut erkennen.

"Lieber Thomas, das mache ich dir zuliebe.

Es ist aber eine furchtbare Schufterei.

Dein Grab soll einmal schön aussehen."

Hastig schaufelte sie zum vierten Mal Erde in die Schubkarre. Die Stille um sie herum war bedrückend. Alle Grabkreuze sahen jetzt so fahl und abweisend aus. Ab und zu flackerte ein rotes Licht auf den Gräbern. Das waren brennende Kerzen in roten Platikbehältern. Diese Grablichter verbreiteten einen seltsamen Schimmer.

Das Rad der schwerbeladenen Schubkarre grub sich knirschend durch den Kies des Weges. Noch eine Ladung, dann hatte sie es geschafft!

Hoffentlich!